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Kaczynski fordert Rückkehr der Todesstrafe

01.12.2011

Gazeta Wyborcza: Kaczynski fordert Rückkehr der Todesstrafe

Der Papst hat sich gestern gegen die Todesstrafe ausgesprochen. Für den Vorsitzenden der katholisch-konservativen Partei Recht und Gerechtigkeit, Jaroslaw Kaczynski, kein Grund von seiner Position abzuweichen. „Ich habe das Recht anderer Meinung zu sein“, so Kaczynski.

Die Gazeta Wyborcza befasst sich heute in gleich drei Artikeln mit der durch Papst Benedikt unbeabsichtigt zugespitzten, polnischen Debatte um die Wiedereinführung der Todesstrafe.  Kaczynski schieße sich mit seiner Reaktion ein Eigentor, meint Wojciech Szacki, Tusk hingegen sei ein Glückskind, eine solche Opposition zu haben, die sich selber demontiert. Kaczynski habe in der vergangenen Woche unter Berufung auf die Bibel zum Kampf für die Todesstrafe aufgerufen und spalte damit nicht nur die katholisch-konservative Partei, sondern auch die Wählerschaft der PiS. 
„Nach der Rede des Papstes heißt es für die PiS-Politiker still sein“, schreibt Kataryzna Wisniewska in ihrem Kommentar. Sie betont, dass die Rede des Papstes keine Reaktion auf die von Kaczynski entfachte Debatte gewesen ist, sondern reiner Zufall. „Der Versuch, die Todesstrafe unter dem Schein der Sorge um die Gesellschaft zu zivilisieren, ist nichts weiter als Heuchelei“, so Katarzyna Wisniewska in der heutigen Gazeta Wyborcza.

 

Polityka: Opus Dei unterwandert die polnische Elite

„Die umstrittene streng katholische Organisation Opus Dei baut in Polen ihr Netzwerk aus, doch davon nimmt man zu wenig Notiz. Es wäre schlecht, wenn das so bleibt“, meint Bianka Mikolajewska von der Polityka.

Das Netzwerk der in Spanien gegründeten Organisation wachse seit 1989 stetig, und die Finanzmittel der offiziell armen Organisation betragen in Wirklichkeit mehrere Hundertmillionen Zloty, schreibt Mikolajewska. Schon heute sei die Macht der Organisation beängstigend, Tendenz steigend. Führende Politiker gehen bei Opus Dei ein und aus, unter ihnen Sejm-Abgeordnete und der ehemalige Sejm-Marschall Marek Jurek. Drei Mitglieder der jetzigen Regierung seien Opus Dei Mitglieder, hat vor kurzem Janusz Palikot von der Oppositionspartei „Ruch Palikota“ behauptet. Unter ihnen Ausßenminister Radoslaw Sikorski. Eine Antwort geben die betroffenen Minister nicht. Fest stehe, so schreibt Mikolajewska, dass Außenminister Sikorski seine Kinder auf eine von Opus Dei betriebene Privatschule schickt. Derartige Schulen gibt es in Polen derzeit 17. Und auch die Gründung einer Opus-Die-Universität in den kommenden Jahren scheint nicht unwahrscheinlich, meint Bianka Mikolajkewska in der Polityka.

 

Rzeczpospolita: Fußball EM in Polen: Polizisten lernen Fremdsprachen
   
„Die Polizisten der polnischen Hauptstadt Warschau feilen vor der Europameisterschaft 2012  an ihren Fremdsprachenkenntnissen, zudem lernen sie, erste Hilfe zu leisten. Die Kurse sind kostenlos und freiwillig, finanziert werden sie durch Mittel der EU.“ Das meldet heute die Rzeczpospolita. 1700 Polizisten sollen an den Schulungsmaßnahmen teilnehmen. Tränengas und Wasserwerfer, solche Vokabeln sollen die polnischen Polizisten pauken. Und das auf Deutsch, Englisch und Russisch. Und wer im Unterricht nicht mitkommt, für den wurde eine E-Learning-Plattform im Internet eingerichtet. Fünf Millionen Zloty hat die EU hierfür bereitgestellt. Polen ist also vorbereitet für die EURO2012. „Die Gäste der Europameisterschaft können kommen und sich in ihrer Muttersprache verständigen“, so die heutige Rzeczpospolita.

 


Autor: Malte Hildebrand
Redaktion: Elisabeth Lehmann